Unser Projekt bringt zentrale Akteur*innen öffentlicher Schulen in Hessen und São Paulo zusammen, um Bildung, Ernährung und Biodiversität international miteinander zu verknüpfen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie unsere Ernährungssysteme mit der globalen Biodiversitätskrise zusammenhängen und wie dieses Wissen verständlich, praxisnah und wirkungsvoll vermittelt werden kann.
Über den Tellerrand

Wir bündeln und synthetisieren den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zu den Wechselwirkungen zwischen Ernährung und Biodiversität sowie zu Methoden der Bildungs- und Unterrichtsvermittlung. Auf dieser Grundlage werden gemeinsam mit relevanten Interessengruppen hilfreiche Unterrichtsmaterialien für deutsche Schulen sowie ein Fortbildungsangebot für Lehrkräfte in Brasilien entwickelt.
Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Schulen und gesellschaftlichen Partner*innen entstehen Bildungsangebote, die globale Zusammenhänge greifbar machen und neue Perspektiven für nachhaltiges Handeln eröffnen.

Erfahrungen bündeln. Wissen vermitteln.
Indem wir Ernährung und Biodiversität gemeinsam in den Fokus rücken, möchten wir das Bewusstsein für die Auswirkungen unserer Essgewohnheiten stärken und zum Nachdenken über Wege hin zu nachhaltigeren Ernährungssystemen anregen. Ziel ist es, alle Beteiligten mit wissenschaftlich fundierten Informationen zu stärken und evidenzbasiertes Handeln im Alltag und in Bildungsprozessen zu fördern.
Die Produktion und der Konsum von Lebensmitteln gehören zu den zentralen Ursachen der fortschreitenden Biodiversitätskrise. Umweltverschmutzung, hoher Ressourcenverbrauch und Landnutzungsänderungen im Zuge der Nahrungsmittelproduktion setzen Ökosysteme weltweit zunehmend unter Druck.
Gleichzeitig wächst die Erkenntnis, dass Veränderungen unserer Ernährungsmuster ein entscheidender Hebel sein können, um den ökologischen Fußabdruck der Menschheit nachhaltig zu verringern. Besonders Bildung und Bewusstseinsbildung im schulischen Kontext spielen dabei eine Schlüsselrolle: Sie schaffen die Grundlage dafür, gesellschaftliche Werte, Normen und Zukunftsvorstellungen langfristig zu reflektieren und zu verändern.
Forschungsstand und Hintergrundwissen
Die Produktion und der Konsum von Lebensmitteln zählen zu den zentralen Treibern des globalen Biodiversitätsverlusts. Ursachen dafür sind unter anderem Landnutzungsänderungen, Umweltverschmutzung sowie die intensive Nutzung natürlicher Ressourcen. Nachhaltigere Ernährungssysteme gelten daher als ein entscheidender Hebel, um die negativen Auswirkungen menschlichen Handelns auf Ökosysteme weltweit zu verringern.
Schulische Bildung spielt eine wichtige Rolle, um Diskussionen über Nachhaltigkeit, Ernährung und Biodiversität anzustoßen und langfristige gesellschaftliche Veränderungen zu fördern. International wurde Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) durch die UN-Agenda 2030 verankert. Das Nachhaltigkeitsziel SDG 4.7 fordert ausdrücklich, BNE bis 2030 auf allen Bildungsebenen zu integrieren.
Trotz dieser politischen Ziele zeigt der SDG-Fortschrittsbericht 2024 weiterhin deutliche Defizite in der Nachhaltigkeits- und Klimabildung. Besonders im formellen Schulwesen sowie in der Lehrkräfteausbildung bestehen große Herausforderungen.
Auch in Deutschland ist die Umsetzung von BNE bislang uneinheitlich und nicht verpflichtend geregelt. Sie hängt häufig vom Engagement einzelner Bundesländer, Schulen und Lehrkräfte ab.
Ernährungsbezogene Themen konzentrieren sich in Lehrplänen häufig auf Ernährung und Lebensmittelhandhabung. Ökologische Zusammenhänge spielen dabei kaum eine Rolle.
Workshops und Vermittlung
Bereits im März 2026 organisierte das Lab den ersten Workshop in der Aha?! Forschungswerkstatt im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt gemeinsam mit Schülerinnen der Sekundarstufe.
Der Workshop verband praxisnahe Aktivitäten mit der Erkundung der Museumssammlungen, um globale Lebensmittellieferketten sowie die vielfältigen Zusammenhänge zwischen Ernährung und Biodiversität erfahrbar zu machen. Durch interaktive Formate wurden die Teilnehmenden dazu angeregt, eigene Perspektiven auf nachhaltige Ernährung und globale Verantwortung zu entwickeln.

Unsere Partnerschaften
Umweltlernen in Frankfurt e.V.
Das Lab kooperiert eng mit Umweltlernen in Frankfurt e.V. bei der Entwicklung von Unterrichtsmaterialien. In regelmäßigen Treffen tauschen sich die Gruppen über ihre Erfahrungen im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Deutschland und zur Forschung über Globale Landsysteme und Biodiversität aus und arbeiten transdisziplinär daran, die Forschungsergebnisse des Labs in Bildungsformate zu übersetzen.
CEFORTEPE (Campinas, Brasilien)
Im Rahmen des Programms für Umwelterziehung entsteht in Zusammenarbeit mit CEFORTEPE („Zentrum für Fortbildung, Technologie und Forschung in der Bildung”) der Stadt Campinas in Brasilien eine Fortbildung für Lehrkräfte. Damit fördern wir die Entwicklung von Bildungsmaterialien, die Lehrkräften und somit Schüler*innen die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Biodiversität vermitteln.
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